
Mein erster Porno
n-tv
Kinder haben - und vor allem Mädchen sehr oft ungewollt - viel zu früh Kontakt mit einem Porno. Das muss sich ändern. Die Kolumnistin erinnert sich an ihr erstes Mal, wie sie deswegen vom Schwebebalken stürzte und warum sie nie heiraten wollte.
Es riecht nach blauen Turnmatten, barfuß auf dem Holzparkett, nach alten Sportschuhen, Kinderschweiß und den Anstrengungen von Jahrzehnten. Wir hüpfen durch die Halle, gerade ist Pause, alle dürfen machen, was sie wollen. Plötzlich Aufregung, Hektik, Getuschel. Kommt mal mit aufs Klo, wispert es von einem Ohr zum anderen, einige folgen der Aufforderung. Ich auch, denn ich hab' "Fomo", ohne dass es früher so hieß. Ich bin in der 6. Klasse und habe bereits damals ungern etwas verpasst, meine "Fear Of Missing Out" wurde früh angelegt.
Gut, also, ab aufs Mädchen-WC, immerhin nicht an den Pissoirs vorbei, und dann Tür zu, alle in eine Kabine. "Was ist denn los?" wollen wir wissen. Unter großem Brimbamborium zaubert einer unserer Mitschüler - nennen wir ihn Sven, so hieß damals schließlich jeder dritte Junge – einen Porno aus einer Tüte. "Aaahs" und "ooohs" fliegen durch die Luft, es wird gekichert und alles ist auch noch gut, als Sven das Heft aufschlägt. Der Klassiker übrigens - "gefunden unterm Bett des Vaters" - schon klar. Und dann blättern wir.
