
Marinella Sammarco kocht einfach, aber besonders
n-tv
Sie hält sich nicht an Rezepte, kann Sahne auf den Tod nicht ausstehen und würde nie einen Thermomix benutzen. Marinella Sammarco macht einfach nichts, wozu sie nicht hundertprozentig steht. Ein Beinbruch war rückblickend das Beste, was ihr passieren konnte.
Marinella Sammarco ist Sizilianerin - und Stuttgarterin; beides mit ganzem Herzen und voller Stolz. Deshalb haben es die Stuttgarter gut, denn sie können zu Marinella ins "Ristorante Il Ritorno" gehen und sich von Salat bis Dessert durch all die sizilianischen Köstlichkeiten schlemmen. Ich kann das leider nicht, für einen genussvollen Abstecher ist die Entfernung zwischen Berlin und Stuttgart doch etwas zu groß. So bleibt mir nur, durch Marinellas Buch zu blättern - und zu schlucken. Denn allein schon die Fotos und Rezepte lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Bereits vor dem Nachkochen!
"Il Ritorno" bedeutet so viel wie Rückkehr oder Wiederkehr - besser zusammenfassen als in diesem einzigen Wort kann Marinella Sammarco ihr Leben nicht. Auch darüber schreibt sie in ihrem Buch. "Echt sizilianisch kochen/Ich zeig euch wie" ist im Becker Joest Volk Verlag erschienen. Wie immer in bewährter Weise mit ansprechenden Food-Fotos, Landschaftsaufnahmen, Porträts (alle Valerie Hammacher). Das macht viel Leselust! Auch wer ganz wild aufs Nachkochen ist (Rezepte bilden den zweiten Teil des Buches), sollte keinesfalls gleich hinten anfangen zu lesen.
Eingangs erzählt Marinella nämlich aus ihrem bewegten Leben, gewährt Einblicke in ihr kindliches Glück auf dem Bauernhof des Großvaters und in der Küche ihrer Großmutter, lässt uns teilhaben an Erfolgen und Rückschlägen ihres Erwachsenenlebens. Marinellas Großeltern waren einfache Bauern, die von der Landwirtschaft lebten. Sie liebte es, dort zu sein, kletterte auf Bäume, dreckig von oben bis unten, stopfte sich die Früchte in den Mund - obwohl Mama lieber eine kleine, brave Tochter mit Lackschuhen und Kleidchen gehabt hätte. Die unbeschwerte Kindheit fand ein jähes Ende: Der Opa starb an Krebs und die Baufirma des Vaters geriet in Schieflage. Alles Gründe, ein neues Leben zu beginnen: "Unsere Heimat hieß nun Stuttgart."
