
Machen Geldprobleme des Vatikans einen Deutschen zum Papst?
n-tv
Der neue Papst wird sich mit den maroden Finanzen des Vatikans herumschlagen müssen. In Deutschland geht es Bistümern dagegen viel besser. Hat deshalb ein Deutscher Chancen auf den Heiligen Stuhl?
Eigentlich galten die deutschen Kardinäle als aussichtslos im Konklave. Einige Italiener sollen "papabile", also papstfähig, sein oder ein Kardinal aus Manila. Doch dann zählt die britische BBC auf einmal einen Deutschen zum Favoritenkreis: Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx soll Chancen auf den Heiligen Stuhl haben. Werden wir Papst?
Der Grund für Marx' angeblichen Aufstieg: Er gilt als jemand, der mit Geld umgehen kann. Marx ist Koordinator des Wirtschaftsrats des Vatikans und hatte vor wenigen Tagen die Aufgabe, den päpstlichen Haushalt zu präsentieren. Die Zahlen sollen katastrophal gewesen sein. Das Defizit des Heiligen Stuhls stieg laut Medienberichten in den vergangenen Jahren deutlich an und soll 2024 um die 87 Millionen Euro betragen haben. Selbst mit deutlichen Einsparungen sei das Problem nicht zu lösen, zitiert die italienische "La Repubblica" einen nicht namentlich genannten Kardinal: "Es bräuchte vielmehr ein Wunder."
Reinhard Marx hingegen residiert über ein Bistum, das als eines der reichsten in Deutschland gilt. Das Erzbistum München-Freising weist für das Jahr 2023 einen Jahresüberschuss von 19 Millionen Euro aus, die Bilanzsumme beträgt fast 4 Milliarden Euro. Das ist zwar deutlich weniger als noch im Jahr zuvor, in Zeiten sinkender Kirchensteuereinnahmen allerdings noch ordentlich. Neben seinem Einfluss als ehemaliger Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz und als Berater von Papst Franziskus soll dieses Argument Marx "papabile" machen. Doch wie viel Geld haben München-Freising und die anderen 26 deutschen Bistümer wirklich?
