
Landtag berät über Open Source - Kritik an Kommunikation
n-tv
Die Umstellung auf eine Open-Source-Lösung verursacht Softwareprobleme bei der Landesverwaltung. Nach Kritik von Polizei und Justiz wird das auch zum Thema im Landtag in Kiel.
Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins FDP-Fraktion hat im Plenum mit einem Dringlichkeitsantrag die Softwareumstellung in der Landesverwaltung auf eine Open-Source-Lösung zum Thema gemacht. Kritik gab es vom FDP-Abgeordneten Bernd Buchholz nicht nur an den damit verbundenen Problemen für Justiz und Polizei, sondern auch an der Kommunikation von Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU).
"Die Performance-Probleme sind gigantisch", sagte Buchholz. Richter könnten tagelang nicht auf ihre Postfächer zugreifen, Polizeidienststellen seien vom digitalen Verkehr abgeschnitten. "Das Faxgerät wird wieder aktiviert in Amtsgerichten, damit man erreichbar wird", betonte der ehemalige Wirtschaftsminister.
Zudem habe der Digitalisierungsminister kein Mitbestimmungsverfahren bei der Umstellung eingeleitet. Den Betroffenen zu sagen, "sie sollen sich mal zusammenreißen", ist laut Buchholz ein Führungsstil aus längst vergangenen Zeiten. Er forderte Schrödter auf, sich bei den Landesbediensteten für sein Verhalten zu entschuldigen.
