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Kann Nasenspray süchtig machen?

Kann Nasenspray süchtig machen?

DW
Wednesday, December 28, 2022 06:17:48 PM UTC

Schnupfen? Nase zu? Das Atmen fällt schwer? Da greifen wir schon mal zu Nasenspray, das macht die Nase frei. Aber einige werden dadurch zum Nasenspray-Junkie, und das kann durchaus unangenehm sein.

Sich bei einer verstopften Nase eine oder zwei Wochen lang mit abschwellendem Nasenspray Luft verschaffen, das machen viele von uns. Nach Meinung von HNO-Ärzten ist das auch vollkommen in Ordnung. Es schafft Erleichterung, wenn bei einem Schnupfen nicht mehr die ganze Nase zu und blockiert ist, wenn wir endlich mal wieder durchatmen können und entzündliches Sekret aus den Nebenhöhlen abfließen kann. Nasensprays sind eine beliebte und effektive Lösung, zumindest wenn wir es nicht übertreiben. 

Nasenspray sorgt dafür, dass die Schleimhäute bei Erkältung und Schnupfen abschwellen. "Die Nasenmuscheln haben stark durchblutete Gefäße. Darauf wirken die Nasensprays", sagt Thomas Deitmer von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. "Die Gefäße verengen sich, die Nasenmuscheln schwellen ab. Dadurch wird der Luftweg in der Nase freier." Bei den gängigen Sprays handele sich um Adrenalin-ähnliche Wirkstoffe, so der HNO-Arzt weiter. "Aber es sind keine, auf die Psyche einwirkenden, suchterzeugenden Medikamente." 

Die meisten Nasensprays enthalten vor allem Xylometazolin oder Oxymetazolin. Diese gehören zu den sogenannten Sympathomimetikawirkstoffen . Durch diese Stoffe ziehen sich die Blutgefäße zusammen, die unangenehme Schwellung geht zurück. Wir können mal wieder durchatmen. Aber unsere Schleimhäute gewöhnen sich schnell an eine tägliche Dosis des Sprays, das ein so gutes Gefühl vermittelt.

Das kann zum sogenannten Rebound-Effekt führen, zu einem Teufelskreis: Je häufiger wir Nasenspray benutzen, umso schneller lässt die Wirkung nach und umso schneller benötigen wir eine neue Dosis. Irgendwann hilft aber auch die nicht mehr und es kann zu einem chronischen Schnupfen kommen mit ausgetrockneten Schleimhäuten, die nur noch sehr schwer feucht gehalten werden können.

Viele Betroffene verabreichen sich mindestens dreimal pro Tag eine Portion Nasenspray, viele wohl ohne groß darüber nachzudenken. Schließlich steht Nasenspray nicht auf der Liste der Suchtmittel und Drogen.

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