
Käferinventur bei Abtshagen: Tausende im Wald gefangen
n-tv
Abtshagen (dpa/mv) - Bei einer Käfer-Inventur sind in Abtshagen bei Grimmen Tausende Krabbeltiere gefangen worden. Ein Greifswalder Käferexperte habe 7553 Käfer von 292 Arten gefangen, teilte die Deutsche Wildtier Stiftung am Freitag mit. Dafür habe er vor allem Trichterfallen und eine gärige Flüssigkeit als Lockmittel genutzt. Die Aktion solle dabei helfen, einzuschätzen, wie sich der Verlust ihres Lebensraums auswirke.
Täglich würden deutschlandweit rund 54 Hektar als Siedlungs- oder Verkehrsflächen neu ausgewiesen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden den Angaben zufolge im Jahr 2020 jeden Tag rund 1,4 Hektar Land in Wohnbauflächen, Industrie- und Gewerbe-, Verkehrs- und Erholungsflächen umgewandelt - also etwa zwei Fußballfelder. Den verbliebenen Waldflächen fehle es häufig an Alt- oder Totholz.
Die Zählung fand den Angaben zufolge in einem zu großen Teilen unter Naturschutz stehenden Wald statt, den die Stiftung 2018 übernommen hat. Er werde nicht genutzt, so dass sich Tot- und Altholz ansammeln könne.
64 der gefundenen Arten seien entweder laut Roter Liste Deutschlands oder Roter Liste Mecklenburg-Vorpommerns bedroht oder unterlagen zumindest dem Artenschutz. Besonders sei ein Glanzkäfer gewesen, der erst kürzlich bei Greifswald zum ersten Mal überhaupt in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet worden sei. In ein paar Jahren soll eine weitere Zählung zeigen, ob mit der Zunahme von Alt- und Totholz auch die Zahl der Käfer gestiegen ist.
