
Jugend-forscht-Preisverleihung - Steinmeier kritisiert USA
n-tv
Naturwissenschaften und Technik stehen im Vordergrund des Wettbewerbs "Jugend forscht". Bei der Preisverleihung in Hamburg spricht Bundespräsident Steinmeier aber auch ein hochpolitisches Thema an.
Hamburg (dpa/lno) - In Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind in Hamburg die Bundessieger des Wettbewerbs "Jugend forscht" geehrt worden. Oskar Rost (17) und Marius Strauß (18) aus Thüringen erhielten den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit. Die beiden Schüler entwarfen eine KI-basierte Software, mit der schulische Leistungen transparenter und fairer beurteilt werden können. Die Software erkennt Fehler, zieht Punkte ab und macht Notenvorschläge.
Der Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ging an den Hamburger Louis Schwarzlose. Der 17-Jährige baute eine mobile Forschungsboje zur Erfassung von Umweltdaten in Gewässern. Die Boje kann sich autonom steuern und versorgt sich mit Strom aus Wind-, Wellen- und Solarenergie. Zehn weitere Schüler aus Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden ausgezeichnet, und zwar als Bundessieger in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Das Hamburger Gymnasium Farmsen bekam den Preis der Kultusministerkonferenz "Jugend forscht Schule 2025".
In einer Rede vor den rund 1.000 Gästen rief Steinmeier zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit auf. "Das weltweit anerkannteste, hochleistungsfähige Wissenschafts- und Universitätssystem der USA droht in der Mühle von Populismus und Kampf gegen das sogenannte Establishment leichtfertig zerrieben zu werden", sagte der Bundespräsident laut einem Redemanuskript. Als Schirmherr von "Jugend forscht" appellierte er an seine Zuhörer: "Der Feinderklärung an die freie Wissenschaft müssen wir uns in Deutschland entgegenstellen!"
