
"Judenhass ist wieder alltäglich"
n-tv
Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gedenkt der Bundestag der Holocaust-Opfer. Eine Überlebende, Inge Auerbacher, wirbt für Versöhnung und warnt vor Antisemitismus. Israels Parlamentspräsident Levy spricht von Gefahren für die Demokratie und rezitiert unter Tränen das jüdische Totengebet.
Die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher hat an die Menschen in Deutschland appelliert, sich dem Antisemitismus entgegenzustellen. "Leider ist dieser Krebs wieder erwacht, und Judenhass ist in vielen Ländern der Welt, auch in Deutschland, wieder alltäglich", sagte Auerbacher bei einer Gedenkstunde des Bundestags für die Opfer des Nationalsozialismus. "Diese Krankheit muss so schnell wie möglich geheilt werden."
Auerbacher erzählte vor den Abgeordneten, wie sie wie durch ein Wunder mit ihren Eltern das Konzentrationslager Theresienstadt überlebt hatte und nach Kriegsende nach New York ausgewandert war. Dort litt sie jahrelang unter Krankheiten als Folge der NS-Verfolgung, überwand aber auch diese und arbeitete jahrzehntelang als Chemikerin.
Sie schloss ihre Rede mit den Worten: "Menschenhass ist etwas Schreckliches. Wir sind alle als Brüder und Schwestern geboren. Mein innigster Wunsch ist die Versöhnung aller Menschen." Die Vergangenheit dürfe nie vergessen werden. "Zusammen wollen wir beten für Einigkeit auf Erden."
