
Japanischer Auto-Zulieferer investiert Medizin-Firma
n-tv
Greifswald (dpa/mv) - Für ihre Arbeit mit Kaltplasma zur Behandlung von Wunden hat die Greifswalder Neoplas Med GmbH ein großes japanisches Industrieunternehmen als Partner gewonnen. Der vor allem als Zündkerzen-Produzent bekannte Konzern NGK Spark Plug werde Geld aus einem 100 Millionen Euro fassenden Fonds investieren, teilten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung am Montag mit. Ziel der strategischen Partnerschaft sei die Weiterentwicklung der Kaltplasma-Anwendung und die Erschließung neuer Märkte etwa in den USA oder Japan.
Neoplas Med ist nach eigenen Angaben führend bei der Anwendung von Kaltplasma zur Wundheilung mittels einer Art Stift - dem sogenannten Kaltplasma-Jet-Verfahren. Dabei wird Plasma - also eine Art elektrisch geladenes Gas - als Strahl berührungslos auf Wunden aufgebracht. Hier soll es Zellen wieder zum Wachstum und Wunden zum Verschluss anregen und Keime und Erreger töten. Vorteile sind laut Unternehmen die einfachere Behandlung schwer zugänglicher Stellen, Kostenersparnisse und Verträglichkeit. Das Verfahren sei schon mehr als eine viertel Million mal angewendet worden.
Das Verfahren zielt vor allem auf die Behandlung chronischer, nicht heilender Wunden. Den Angaben zufolge sind weltweit mehr als 50 Millionen Menschen betroffen. Es entstünden Behandlungskosten von 100 Milliarden Dollar. Zum Beispiel Diabetiker haben vermehrt chronische Wunden.
NGK hat laut Mitteilung weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter und ist vor allem als Hersteller von Zündkerzen für Verbrennungsmotoren bekannt. Im Zuge des Trends hin zu Elektrofahrzeugen erschließe das Unternehmen neue Geschäftsfelder wie etwa Medizin-Technologie.
