
Jane Doe aus Magdeburg
n-tv
Im Fall um die vermeintliche Verkehrstote geht es rund um Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch wieder einmal hochemotional zu. Die Identität des Unfallopfers wird zügig geklärt - in anderen Fällen kann das schon mal Jahrzehnte dauern.
Er war wohl auf dem Weg zu einem Konzert der Grateful Dead. Zwei Tickets für eine Show der legendären Band um Jerry Garcia hatte man bei ihm gefunden. Viel mehr war nicht bekannt über den jungen Mann, der am 26. Juni 1995 in Greensville County, Virginia, bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Von den Folgen der Kollision mit einem Baum am Rande der Straße bis zur Unkenntlichkeit entstellt, erwies sich seine Identifizierung als unmöglich. Die Polizisten legten eine Akte an, der Name darin: Grateful Doe. Eine Variante der sonst üblichen Bezeichnung für einen unbekannten Toten, John Doe. Oder eben, wenn es sich um eine Leiche weiblichen Geschlechts handelt, Jane Doe.
Auch im Magdeburger "Polizeiruf 110" mit dem poetischen Titel "Widerfahrnis" ging es um eine Art Jane Doe, um eine unbekannte Tote. Die jedoch erwies sich in jeder Hinsicht als untypisch. Zum einen war sie noch gar nicht tot, zum anderen ergaben sich über ein am Unfallort gefundenes Handy erste Spuren, die schließlich zur Klärung ihrer Identität führten. Aus Jane Doe wurde Sarah, aus der Unbekannten eine Frau mit tragischer Vergangenheit, ihr Tod das Ende einer Verkettung verheerender Ereignisse. Bei einem Autounfall waren ihr Mann und ihr Sohn ums Leben gekommen, der Fahrer - oder besser, die Fahrerin, wie man am Ende dieses emotional herausfordernden Krimis erfährt - hatte Fahrerflucht begangen.
