
ISW: Russischer Vormarsch auf Bachmut stockt - Munition fehlt
n-tv
Seit sechs Monaten versucht Russland, die ostukrainische Stadt Bachmut einzunehmen. Die Kämpfe in der Region sind besonders hart, die Verluste hoch. Nun kommen die russischen Streitkräfte in der Region offenbar ins Stocken. Ihr Vormarsch verläuft laut ISW zunehmend langsamer.
Die russischen Truppen können ihr Vormarschtempo im stark umkämpften Gebiet Bachmut offenbar nicht halten. Dies schreibt der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) in seinem neuesten Update. Zwar sei es noch zu früh, um zu beurteilen, ob die russische Offensive zur Eroberung von Bachmut ihren Höhepunkt erreicht hat. Allerdings konnte das ISW feststellen, dass die russischen Streitkräfte im November und Dezember weniger Angriffe auf Bachmut unternommen haben als noch im Oktober. Auch russische Militär-Blogger räumten ein, dass es den ukrainischen Streitkräften gelungen ist, dass Tempo des russischen Vormarsches in Bachmut und den umliegenden Siedlungen "etwas zu verlangsamen".
Seit Kriegsbeginn versucht Russland, die strategisch wichtige Stadt Bachmut einzunehmen. Trotz zahlreicher Angriffe ist es Moskaus Truppen bisher nicht gelungen, die Verteidigung der Ukrainer zu durchdringen. Das ISW geht davon aus, dass es ihnen für eine groß angelegte Offensivoperation auch an dem notwendigen Vorrat an Artilleriemunition fehle. So brauchen sie allein für die Aufrechterhaltung der Verteidigungslinie "eine beträchtliche Anzahl von Granaten und Raketen", wie das britische Verteidigungsministerium schreibt.
Außerdem belasten die "schweren Verluste der Wagner-Gruppe" laut ISW die personellen Kapazitäten der Truppen. Die Engpässe an Personal und Munition könnten Moskau dazu drängen, eine "taktische oder operative" Pause in der Region Bachmut einzulegen, heißt es weiter. Russlands "unerbittlicher und kostspieliger Vorstoß" auf die Stadt könnte auch Russlands Fähigkeit beeinträchtigen, langfristige Ziele im Donbass zu verfolgen.
