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Israel wird neuer Flüssiggas-Lieferant für Europa

Israel wird neuer Flüssiggas-Lieferant für Europa

DW
Wednesday, June 15, 2022 08:32:39 PM UTC

Als Teil der Abwendung von russischem Gas hat die EU-Kommission ein entsprechendes Abkommen ausgehandelt. Verflüssigt werden soll das israelische Gas in Ägypten.

EU-Energiekommissarin Kadri Simson unterzeichnete in Kairo gemeinsam mit Vertretern Israels und Ägyptens eine Absichtserklärung über einen künftigen Gas-Pakt: Demnach soll von Israel gefördertes Erdgas zunächst nach Ägypten transportiert werden, wo es verflüssigt und auf LNG-Transportschiffe verladen wird. Anschließend soll das Gas auf dem Seeweg an europäische LNG-Terminals geliefert und schließlich ins Pipeline-Netz eingespeist werden.

Die Einigung gilt zunächst für drei Jahre. "Das ist ein großer Schritt nach vorne für die Energieversorgung Europas", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die in Kairo ebenfalls anwesend war. Die EU wolle in dieser "sehr schwierigen Zeit", während eines Kriegs auf europäischem Boden, Brennstoffe von "vertrauenswürdigen Lieferanten" kaufen. Unter dieser Maßgabe soll der Ankauf russischer Brennstoffe immer weiter verringert werden.

Israel will neue Felder im Mittelmeer erschließen und seine Gasproduktion so in den nächsten Jahren verdoppeln - auf dann etwa 40 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr importierte die EU rund 155 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland, was etwa 40 Prozent des europäischen Gesamtverbrauchs entsprach. Die EU plant nach der Kairoer Einigung für 2023 rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas ein. Aktuell beliefert Israel etwa seinen östlichen Nachbarn Jordanien mit Gas.

Im östlichen Mittelmeer liegen große Gasvorkommen: Mehrere Energiekonzerne konkurrieren um die israelischen Gasfelder Tamar und Leviathan sowie um Zohr in den Gewässern vor Ägypten. Eine Pipeline durch das Mittelmeer würde den Transport um einiges günstiger machen. Seit Jahren wird eine entsprechende 1900 Kilometer lange Leitung von Israel über Zypern bis ans griechische EU-Festland geplant.

ehl/uh (dpa, afp, rtr)

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