
Iran richtet vier Männer wegen angeblicher Mossad-Verbindung hin
n-tv
Irans Justiz vollstreckt das Todesurteil gegen vier Angehörige der kurdischen Minderheit. Die Männer sollen für den israelischen Geheimdienst Mossad einen Anschlag auf eine Fabrik der iranischen Raketenindustrie geplant haben. Laut Menschenrechtlern sind die Geständnisse unter Folter erzwungen worden.
Im Iran sind vier Menschen hingerichtet worden, die wegen des Vorwurfs einer Anschlagsplanung im Auftrag Israels zum Tode verurteilt wurden. Die Todesurteile wurden vollstreckt, nachdem das Oberste Gericht ihre Berufung abgewiesen hatte, wie iranische Staatsmedien berichteten. Den Hingerichteten wurde vorgeworfen, illegal aus der irakischen Region Kurdistan eingereist zu sein, um für den israelischen Geheimdienst Mossad einen Bombenanschlag auf eine Fabrik in Isfahan zu verüben, die Ausrüstung für das iranische Verteidigungsministerium herstellt.
Der Anschlag sollte den Medienberichten zufolge im Sommer 2022 verübt werden und sei vom iranischen Geheimdienst vereitelt worden. Die vier Männer seien in "afrikanischen Ländern" durch den Mossad trainiert worden, wie die iranische Justizbehörde auf ihrer Webseite Misan Online mitteilte. Die Mitglieder seien festgenommen und große Mengen Waffen und Sprengstoff sichergestellt worden. Im September 2023 wurden sie zum Tode verurteilt, hatten aber Berufung gegen ihr Todesurteil eingelegt. Die Todesurteile wurden am frühen Montagmorgen vollstreckt, so die Behörde.
Die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Hengaw warf der Islamischen Republik einen unfairen Prozess vor. "Während des gesamten Prozesses wurden den Gefangenen ihre grundlegenden Rechte auf rechtliche Vertretung, Besuche und sogar die Kommunikation mit ihren Familien verwehrt", schrieb Hengaw in einer Mitteilung. Die Geständnisse der vier Kurden seien unter Folter erzwungen worden.
