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Inflationsdruck lässt deutlich nach

Inflationsdruck lässt deutlich nach

DW
Wednesday, May 31, 2023 05:08:02 PM UTC

Sinkende Benzinpreise und das neue 49-Euro-Ticket haben die deutsche Inflationsrate im Mai auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gedrückt. Verbraucher zahlten im Schnitt 6,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Mai so langsam gestiegen wie seit über einem Jahr nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 6,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer ersten Schätzung mitteilte. Im April hatte die Inflationsrate noch 7,2 Prozent betragen.

In Nordrhein-Westfalen stiegen die Verbraucherpreise nur noch um 5,7 Prozent nach 6,7 Prozent im April, hatte das Statistische Landesamt zuvor mitgeteilt. Auch in Bayern (6,1 Prozent), Baden-Württemberg (6,6 Prozent), Brandenburg (6,3) Sachsen (6,5) und Hessen (5,9) lag die Inflationsrate jeweils deutlich niedriger als im April. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten für Deutschland mit einem Anstieg der Verbraucherpreise von 6,5 Prozent gerechnet. 

"Die Richtung stimmt", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters die Chefvolkswirtin der KfW Bank, Fritzi Köhler. "Aber der Weg zum Ziel ist noch weit." Die empfindlichen Kaufkraftverluste der Verbraucher seien der maßgebliche Grund dafür, dass Deutschland im Winter in die Rezession gerutscht ist. "Der deutliche Rückgang der deutschen Inflationsrate bringt nun immerhin etwas Erleichterung."

Skeptischer blickt ihr Kollege, der ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann, auf die aktuellen Zahlen: "Deutschland und die Euro-Zone leiden weiterhin unter einer Inflation, die immer noch mehr als vier Prozentpunkte über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent liegt. Wer jetzt wegen des Rückgangs der Inflation schon die Rückkehr zur Preisstabilität erwartet, könnte sich zu früh freuen. Der inflationäre Kaufkraftverlust setzt sich fort."

Berenberg-Bank-Chefvolkswirt Holger Schmieding spricht von "guten Nachrichten für Verbraucher und die Europäische Zentralbank". Die EZB hatte wegen der starken Inflation ihre Leitzinsen kräftig erhöht, was jedoch die Konjunktur belastet.

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