
"Ich bereue es" - Angeklagter zu tödlichem Armbrustschuss
n-tv
Im Prozess um einen tödlichen Armbrustschuss räumt der Angeklagte ein, auf das Opfer geschossen zu haben. Doch in entscheidenden Details weicht seine Darstellung der Nacht von jener der Anklage ab.
Erfurt (dpa/th) - In der Verhandlung um einen tödlichen Streit mit einer Armbrust hat der Angeklagte die Schüsse auf das Opfer eingeräumt. "Ich wollte ihn nicht umbringen, aber es ist irgendwie passiert und ich bereue es auch", sagte der 25-Jährige bei seiner Einlassung vor dem Landgericht Erfurt, wo er wegen Totschlags angeklagt ist. Er wisse nicht, wie es habe passieren können. Er habe an dem Abend mehr Alkohol als üblich getrunken, es sei dunkel gewesen und er könne sich nicht mehr allzu gut an die Tat erinnern.
Den Ablauf der Tatnacht beschrieb der junge Mann ruhig und sachlich: Er habe mit dem späteren Opfer an einem Abend im November vor einem Jahr bei sich, auf einem Gartengrundstück in Plaue (Ilm-Kreis), zunächst Bier getrunken. Dann seien die beiden in Streit geraten. Daraufhin habe das spätere Opfer einen ebenfalls anwesenden Freund mit einer Axt bedroht, sagte der Angeklagte.
Er sei dazwischengegangen, habe den Angreifer weggeschickt. Der 30-Jährige sei später wiedergekommen, habe ihn mit einem Vorschlaghammer bedroht. Aus Angst habe der frühere Vereinssportschütze eine Armbrust geholt und auf den Kontrahenten geschossen und ihn in das Bein getroffen.
