
Hannibal und Hades
n-tv
Stimmig erzählt, einfallsreich gefilmt, erstklassig besetzt - die Schweizer Kommissarinnen Ott und Grandjean sind auf dem besten Wege zum "Tatort"-Markenartikel. Selbst ein Charmeur mit Lebkuchen-Herz und Schierlingsbecher ist da machtlos.
Am Schluss meint man, es fast zu hören, das Schweigen der Lämmer. Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) auf der einen Seite der Gitter, ihr teuflischer Antagonist, der schöne Marek Kowalski (Lucas Gregorowicz), auf der anderen - da war doch mal was? Ganz genau, Hannibal Lecter und Clarice Sterling, vereint in einem mörderischen Duell. Der Manipulator und sein vermeintliches Opfer, Jonathan Demmes Film aus dem Jahre 1989 überdauert bis heute als einer der Meilensteine des Thriller-Kinos.
Nun bewegen sich Anthony Hopkins und Jodie Foster in einer etwas anderen Spielklasse als der gemeine "Tatort", aber auch das Psychoduell zwischen Grandjean und Kowalski versprühte durchaus cineastischen Vibe. Nicht das erste Mal beim Autoren-Team Stefan Brunner und Lorenz Langenegger, die beim letzten Fall, "Von Affen und Menschen", an dieser Stelle dezent mit den Coen-Brüdern verglichen wurden.
