
Hamburgs Kultursenator sieht nach Corona nun Aufschwung
n-tv
Die vergangenen Jahre waren hart für die Kultur. Coronabedingte Zwangspausen und Kapazitätsobergrenzen sowie Verunsicherung auf allen Seiten haben die Branche an ihre Grenzen gebracht. Nun sieht der Kultursenator es heller werden. Und seine Behörde will weiter helfen.
Hamburg (dpa/lno) - Nach fast drei Jahren voller Krisen zeigt sich Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) davon überzeugt, dass die Branche mittlerweile wieder im Aufschwung ist. Zwar seien die Gefühle noch relativ gemischt, aber wesentliche Faktoren zeigten nach oben, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. "Die Vorverkäufe ziehen an. Das sehen die Häuser schon. Die Kinderstücke sind voll. Die Kunsthalle hat eine höhere Besucherzahl als 2019 gemeldet." Nun sei es wichtig, dass die Theater und Museen gezielt ein breites Publikum ansprächen und wieder Lust auf Kultur weckten, sagte der 48-Jährige. "Ich glaube, das ist unbedingt nötig."
Deshalb habe die Kulturbehörde auch die Kampagnen "Gönn dir Kultur" und "Schenk doch Kultur" entwickelt. Statt Socken und Krawatten könnten einfach Kulturgutscheine verschenkt werden. "Schenkt doch einen Gutschein für den Club eurer Wahl, für das Kino um die Ecke, für das Theater oder für das Museum. Das bieten die alle an und damit macht man wirklich Freude und bringt die Leute dazu, mal wieder was zu machen, was zwei, drei Jahre lang nicht so selbstverständlich war. Das kann auch helfen, dass man über den inneren Schweinehund rüber kommt, der einen vielleicht sonst auf dem Sofa hält."
Während der vergangenen Corona-Jahre habe ihn vor allem beeindruckt, mit wie viel Kreativität sich Teile der Branche aus der Krise gekämpft hätten. "Es sind auch neue Dinge entstanden und das fand ich faszinierend. Das gab es in allen Bereichen. Dieses Suchen nach einem Weg, um zum Publikum zu kommen." Und es seien auch die pragmatischen und einfallsreichen Theater, Museen, Clubs und Veranstalter, die nun mittlerweile wieder vergleichsweise gut dastünden. "Weil man einfach miteinander im Gespräch und auch miteinander relevant geblieben ist."
