
Gil Ofarim und der alltägliche Antisemitismus
n-tv
Ein Musiker erhebt schwere Antisemitismus-Vorwürfe und ganz Deutschland diskutiert über den Vorfall, der sich in einem Hotel in Leipzig zugetragen haben soll. Tatsächlich aber wiegt das Problem viel schwerer. Der Rückblick auf die Woche der Stars.
"Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Öffentlichkeit - ist der größte moralische Machtfaktor in unserer Gesellschaft", hat Joseph Pulitzer einmal gesagt. Was er damit aber ganz bestimmt nicht gemeint hat, ist, was jetzt versucht wird, dem Musiker Gil Ofarim anzukreiden, nämlich einen mutmaßlich antisemitischen Vorfall zu Marketingzwecken genutzt zu haben. Ganz Deutschland redet in dieser Woche über den Vorfall in einem Hotel in Leipzig, wo Ofarim vom Rezeptionisten beim Check-in aufgefordert sein soll, seine Davidstern-Kette abzunehmen.
Und bevor jetzt hier ein paar Krawallbürsten wieder verbal durch die Decke gehen, weil sie "Vip, Vip, Hurra!" gelesen haben: Das ist der feste Name dieser Kolumne, in der es um die Woche der Stars geht. Leider muss man das ja inzwischen dazusagen, denn in diesem aufgeheizten Klima reicht es einigen Leuten, lediglich eine Überschrift zu lesen, um sich künstlich zu echauffieren und im Netz zu eskalieren.
