
Gibt es eine Zukunft für Hansi Flick und Oliver Bierhoff?
DW
Nach dem Desaster der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Katar läuft die Suche nach den Verantwortlichen. Bundestrainer Hansi Flick und besonders DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff stehen dabei im Fokus.
Zum zweiten Mal in Folge in der Vorrunde einer Fußball-WM ausgeschieden - das Achtelfinal-Aus bei der EURO 2020 eingerechnet, endet für die deutsche Nationalmannschaft in Katar das dritte Turnier in Folge unrühmlich und viel früher als geplant. Abgesehen vom 1:1 gegen die Spanier im zweiten Gruppenspiel, bei dem Einsatz und Kampfgeist über 90 Minuten überzeugten, stimmte bei den Auftritten der deutschen Mannschaft in Katar nicht viel.
"Wer mich kennt, der weiß, dass wir es sehr schnell aufarbeiten", sagte Bundestrainer Hansi Flick noch in der Nacht vor der Abfahrt vom Stadion in Al-Khor, wo der viermalige Weltmeister trotz des 4:2 (1:0) gegen Außenseiter Costa Rica unter dem Strich einmal mehr enttäuscht hatte. Gedanken über persönliche Konsequenzen formulierte Flick nicht. Bereits bei der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte er gesagt, dass er auch im Falle eines Scheiterns weitermachen werde, schließlich laufe sein Vertrag noch bis nach der Heim-EM 2024.
Gleiches gilt für Oliver Bierhoff, den DFB-Geschäftsführer der Nationalmannschaft. Beide haben die vergangenen 18 Jahre beim Nationalteam entscheidend mitgeprägt. Flick arbeitete von 2006 bis zum WM-Titel 2014 erfolgreich als Co-Trainer Joachim Löws und war anschließend für gut zwei Jahre DFB-Sportdirektor. Zwar war Flick während der WM 2018 nicht mehr beim DFB tätig und auch bei der EURO 2021 nicht dabei, aber er trägt Mitschuld am Ausscheiden in Katar. Bierhoff dagegen verantwortet die Entwicklung des DFB-Teams bereits seit 2004. Kann es mit ihm ein "weiter so" geben?
"Das müssen andere entscheiden", meinte Bierhoff, schloss aber trotz des frühen Scheiterns bei der WM persönliche Konsequenzen aus. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl für mich", sagte der 54-Jährige. Dass aber auch er infrage gestellt wird, war ihm sehr wohl bewusst. "Leider habe ich mit drei schlechten Turnieren keine Argumente, die ich dagegenhalten könnte", räumte Bierhoff ein.
Einer der "anderen", die eine Entscheidung bezüglich Bierhoff treffen müssen, ist DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der in einer ersten Reaktion eine Jobgarantie für Flick und Bierhoff verweigerte. Zunächst sei eine eingehende Analyse nötig. Der Fahrplan sehe vor, "dass wir uns in der kommenden Woche zusammensetzen werden", sagte Neuendorf am Freitag vor dem Abflug der DFB-Auswahl aus Doha. An diesem ersten Treffen werde auch DFB-Vize Hans-Joachim Watzke teilnehmen, der als Kritiker Bierhoffs gilt.
