
"Friedrich Merz ist der Klassenfeind"
n-tv
Wenn die Linke an diesem Freitag in Chemnitz zum Bundesparteitag zusammenkommt, dürfte die Stimmung ziemlich gut sein: Bei der Bundestagswahl hat die Partei - im Vergleich zu den Umfragewerten in den Monaten davor - ein spektakulär gutes Ergebnis erzielt. Das Ziel waren drei Direktmandate, um den Sprung in den Bundestag zu schaffen, am Ende wurden es sechs. In den Umfragen steht die Linke aktuell bei 10 Prozent. Und am Dienstag sah sich die Union gezwungen, mit der Linken-Fraktion über die Änderung der Tagesordnung zu verhandeln, damit Friedrich Merz noch am selben Tag zum Kanzler gewählt werden konnte.
Grundsätzlich sei die Linke zu Gesprächen mit der CDU bereit, sagt Parteichefin Ines Schwerdtner im Interview mit ntv.de. Sie sagt aber auch: "Aus meiner Sicht ist Merz seit seinem Pakt mit der AfD verbrannt."
ntv.de: Ohne die Linke hätte es am Dienstag keinen zweiten Wahlgang gegeben und Friedrich Merz hätte sich nach dem Scheitern am Morgen nicht noch am selben Tag zum Kanzler wählen lassen können. Warum haben Sie ihm diese zweite Chance gegeben?
Ines Schwerdtner: Es geht hier nicht um Merz. Aus meiner Sicht ist Merz seit seinem Pakt mit der AfD verbrannt. Wir wollten Chaos in den kommenden Tagen verhindern und Klarheit schaffen: Entweder gibt es eine Kanzlermehrheit oder es gibt keine.
