
"Florian Wirtz ist nicht eine Versammlung von Daten"
n-tv
Der Duden definiert den Zufall als "etwas, was man nicht vorausgesehen hat, was nicht beabsichtigt war, was unerwartet geschah". Im modernen Fußball arbeiten zahlreiche Kräfte daran, diese Faktoren auszuschalten. So soll besonders den großen Klubs ein konstanter Geldstrom gesichert werden. Doch so einfach ist es nicht. In den Denkfabriken des Spiels kommen andere Experten dem Zufall auf die Schliche und ziehen daraus andere Schlüsse.
In diesem Spannungsfeld hat sich der Autor Christoph Biermann in den vergangenen Jahren umgeschaut. Er ist dazu durch die Welt gereist und hat die getroffen, die sich damit beschäftigen. Mit "Die Tabelle lügt immer" legt er nun eine besondere Liebeserklärung an den Fußball vor und einen flammenden Appell für die Bewahrung des Zufalls.
ntv.de: Was ist Zufall im Fußball, Herr Biermann? Sie haben ein ganzes Buch darüber geschrieben.
Christoph Biermann: Der Zufall sind die Dinge, die auf dem Platz nicht beliebig reproduzierbar und kontrollierbar sind. Das macht den Fußball so attraktiv: Es passiert immer wieder etwas, wovor wir nur staunend stehen und uns wundern können, wie das jetzt wieder möglich gewesen ist. Der Fußball verblüfft uns immer wieder. Deswegen ist das Spiel so attraktiv.
