
Finanzministerium irritiert über Schelte von Merz
n-tv
CDU-Chef Merz warnt angesichts abgesagter Termine vor einem Scheitern des für die Bundeswehr versprochenen Sondervermögens, in dessen grundgesetzliche Absicherung er eingebunden ist. Lindners Finanzministerium reagiert mit Unverständnis und wittert Fehlervertuschung der anderen Seite.
Im Ringen um die Milliarden-Aufrüstung der Bundeswehr hat das Finanzministerium irritiert auf Vorhaltungen von CDU-Chef Friedrich Merz reagiert. Der Unionsfraktionschef hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor einem Scheitern des geplanten Sondervermögens gewarnt und der Bundesregierung vorgeworfen, nicht ernsthaft verhandeln zu wollen. Aus Kreisen des Finanzministeriums hieß es nun, Finanzminister Christian Lindner habe den Fahrplan mit den Verhandlern der Union abgestimmt und ausdrücklich noch einen Termin vor Ostern angeboten.
"Ob angesichts der Dimension der Krise die Kalender von Verhandlern ein Diskussionsthema sind, ist eine Stilfrage", hieß es aus dem Umfeld des FDP-Politikers. Dabei aber unvollständige Angaben zu machen, sei enttäuschend. Offenbar suche die Union nach Vorwänden, um sich nach 16 Jahren CDU-geführter Bundesregierungen ihrer Verantwortung für den Zustand der Streitkräfte zu entziehen.
Die Bundesregierung plant, in den kommenden Jahren 100 Milliarden Euro in eine bessere Ausstattung der Bundeswehr zu investieren. Weil dafür hohe Kredite aufgenommen werden müssen, soll das Vorhaben im Grundgesetz abgesichert werden. Dafür hat die Ampel-Koalition allein jedoch keine Mehrheit - deshalb wird mit der Union gesprochen.

Wenn die schwarz-rote Regierung das Ruder noch einmal herumreißen will, bleibt nach Ansicht von CSU-Chef Söder nur ein kleines Zeitfenster: Angesichts der Wahlen im Herbst müssen mutige Schritte noch vor der Sommerpause gelingen. Beim Spitzensteuersatz zeichnet sich dabei schon der erste größere Dissens ab.












