
Experte: Vorbehalte bremsen E-Government in Thüringen aus
n-tv
Wenig Nachfrage, langsames Tempo: Warum viele Bürger digitale Behördendienste nicht nutzen – und was das für die Verwaltung bedeutet.
Erfurt (dpa/th) - Viele Bürger in Thüringen misstrauen nach Einschätzung eines Experten digitalen Angeboten. Diese Einstellung sei mitverantwortlich dafür, dass es bei der Digitalisierung der Verwaltung noch Nachholbedarf gebe, sagte der Wirtschaftsrechtler Sven Müller-Grune der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt – was man den Bürgern nicht vorwerfen kann – bei vielen Menschen Defizite in der digitalen Bildung." Aktuelle Studien würden zeigen, dass "locker noch fünfzig Prozent der Bevölkerung" Vorbehalte gegenüber digitalen Angeboten des Staates hätten. "Thüringen ist da kein Ausreißer."
Diese Defizite führten dazu, dass viele bestehende digitale Verwaltungsangebote nicht stark nachgefragt seien. Das wiederum bremse die Digitalisierung in Rathäusern, Landesämtern und Ministerien.
Müller-Grune ist Professor für öffentliches Wirtschaftsrecht an der Hochschule Schmalkalden, wo er auch das dortige E-Government-Kompetenzzentrum leitet. Zudem ist er Mitglied im Thüringer Normenkontrollrat.
