
EU lockert manche Russland-Sanktion wieder
n-tv
Nicht nur in der Ukraine sind Millionen Tonnen Weizen blockiert, auch der Export aus Russland schwächelt. Um eine Nahrungskrise abzuwenden, entschärft die EU nun zum Teil die Sanktionen gegen den Kreml. Auch die Wartung russischer Flugzeuge wird wieder erlaubt - das sorgt für Kritik.
Die Europäische Union hat die Sanktionen für russische Staatsbetriebe, die mit Weizen handeln, gelockert. Im Rahmen eines neuen Sanktionspakets wird die Ausnahmeregelung für den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen ausgeweitet, geht aus einer Mitteilung hervor. "Die EU trägt ihren Teil dazu bei, dass wir die drohende weltweite Nahrungskrise überwinden können", heißt es darin.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist der Weizenpreis massiv gestiegen. Vor der Invasion waren beide Länder gemeinsam für 30 Prozent der weltweiten Weizenlieferungen verantwortlich. Zwischen 20 und 25 Millionen Tonnen Getreide liegen derzeit in der Ukraine fest. Insbesondere afrikanische Staaten warnen deswegen vor Hungersnöten. Ein geplantes Abkommen zwischen Russland und der Ukraine, das die Ausfuhr landwirtschaftlicher Güter wieder ermöglichen soll, könnte noch heute unterzeichnet werden.
Aber auch die Exporte aus Russland sind seit Kriegsbeginn deutlich zurückgegangen. Die EU warf Russland wiederholt vor, Hunger als Waffe einzusetzen. Moskau hingegen gab den EU-Sanktionen die Schuld bei Problemen mit der eigenen Ausfuhr. Mit den neuen Lockerungen will die EU laut Mitteilung "mögliche Folgen für die weltweite Lebensmittel- und Energiesicherheit" vermeiden. Aus diesem Grund werde auch der Transport von russischem Öl in Drittländer erleichtert.
