
Erwerbslosenbeirat warnt vor wachsender sozialer Ausgrenzung
n-tv
Immer mehr Menschen fühlen sich durch Arbeitslosigkeit isoliert – was das für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt bedeutet, diskutiert das Erwerbslosenparlament in Schwerin.
Schwerin (dpa/mv) - Der Erwerbslosenbeirat Mecklenburg-Vorpommern hat vor den Folgen wachsender sozialer Ausgrenzung von Menschen ohne Arbeit gewarnt. "Wir sehen, dass immer mehr Menschen abgehängt werden und nicht mehr die Möglichkeit sozialer Teilhabe bekommen. Das macht uns große Sorgen", sagte Beirats-Sprecherin Ariane Kroß.
Betroffene würden immer mehr in die Isolation gedrängt und drohten vielfach auch für die Demokratie verlorenzugehen. Das am kommenden Montag in Schwerin tagende Erwebslosenparlament stehe deshalb auch unter dem Motto: "Die Verteidigung der demokratischen Werte braucht soziale Sicherheit und Teilhabe". Die Tagung, zu der etwa 100 Teilnehmer erwartet würden, solle Erwerbslosen ein Podium bieten, über ihre Lage zu berichten.
Die aktuelle Debatte um die Reform des Bürgergeldes zeige, dass zwar viel und oft sehr undifferenziert über Erwerbslose geredet werde, zu selten aber mit ihnen, beklagte Kroß. Aus ihren Gesprächen wisse sie, dass viele gern arbeiten würden, es aber an geeigneten, auf die individuellen Lebensumstände angepassten Angeboten fehle. Die Programme der Arbeitsagenturen seien oft zu unflexibel, die Beratungen in den Jobcentern unzureichend.
