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Ermöglicht die EU Bargeldwechsel für geflüchtete Ukrainer?

Ermöglicht die EU Bargeldwechsel für geflüchtete Ukrainer?

DW
Tuesday, April 05, 2022 06:41:22 PM UTC

Viele der vier Millionen Geflüchteten aus der Ukraine haben ein Teil ihrer Ersparnisse in bar nach Europa mitgebracht. Bis jetzt haben Banken ihre Währung zurückgewiesen. Der Schwarzmarkt floriert.

Läden und Restaurants waren noch verriegelt, als Lana Bensch an einem frostigen Berliner Morgen mit 9000 Hrywnja (umgerechnet ca. 280 Euro) in der Tasche auf einen Unbekannten wartete. Ihr Blick schweifte über die Straße, auf der Suche nach dem Mann, der ihre ukrainische Währung in Dollar umtauschen würde. Gelbe und blaue Fahnen schmückten die grauen Häuserfronten um sie herum.

"Ich habe mich unwohl gefühlt, wie zurückgeworfen in einer Zeitmaschine in die 1930er", erinnert sich Bensch an den Moment, als sie Geld auf dem Schwarzmarkt umtauschte. Bensch, die vor zwanzig Jahren aus der Ukraine nach Berlin zog, kümmert sich um zwei Familien, die aus ihrem Heimatland geflohen sind. Wie viele der vier Millionen Geflüchteten aus der Ukraine, haben sie einen Teil ihrer Ersparnisse in Hrywnja-Scheinen, der nationalen ukrainischen Währung, mit nach Europa gebracht.

Bislang sind die meisten Banken in der EU nicht bereit, Hrywnja in europäische Währungen zu wechseln. Während die EU-Vertreter seit einem Monat über Lösungen diskutieren, müssen Menschen wie Lana Bensch auf den Schwarzmarkt ausweichen.

Seit Beginn des Krieges hat die ukrainische Notenbank den Umtausch von Hrywnja in ausländisches Bargeld ausgesetzt, um die Devisenreserven des Landes zu schützen. Dadurch können europäische Banken die Währung nur schwer in Dollar oder Euro umtauschen. Außerdem könnte der Tausch von Hrywnja große finanzieller Verluste mit sich bringen.

"Es ist die Währung eines Landes, das um sein Überleben kämpft. Wir wissen nicht, was passieren wird. Wenn die Ukraine verliert, ist die Währung nichts mehr wert", erklärt Paweł Tokarski von der Stiftung Wissenschaft und Politik im Gespräch mit der DW.

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