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Ende einer Ära: Letzte Boeing 747 wird übergeben

Ende einer Ära: Letzte Boeing 747 wird übergeben

DW
Tuesday, January 31, 2023 05:07:25 PM UTC

Die Produktion des legendären Jumbo Jets ist beendet, 54 Jahre nach dem Erstflug 1969 und nach über 1500 Exemplaren. Boeing erwartet, dass die 747 noch Jahrzehnte weiter fliegen wird.

Wenn Boeing-Historiker Michael Lombardi über die 747 spricht, hat das fast etwas Sakrales. Mit seiner sonoren, warmen Stimme blickt er auf das buchstäblich größte zivile Flugzeugprojekt aller Zeiten zurück: "Sie ist ein großartiges Symbol für die Menschheit und was sie erreichen kann; sie hat die Welt verändert, den Globus verkleinert und den Luftverkehr demokratisiert," sagt Lombardi in Seattle wenige Tage vor dem historischen Ereignis.

Am 31. Januar 2023 endet eine glanzvolle Ära, fast exakt 54 Jahre nach dem Erstflug 1969 ist die Produktion der Boeing 747 beendet und die letzte Auslieferung wird gefeiert. Die letzte ihrer Art ist das 1574. gebaute Exemplar, ein 747-8F-Frachter, den Atlas Air für den Logistikkonzern Kühne & Nagel betreiben wird. Nur ein kleiner Aufkleber nahe der aufklappbaren Rumpfnase des Frachters erinnert an die Besonderheit, dass dies die letzte produzierte 747 ist und zeigt den "Vater der 747", den 2016 gestorbene Chefingenieur Joe Sutter, eine Branchenlegende.

Die Boeing 747 schaffte den größten Quantensprung in der Geschichte der Passagierluftfahrt - fasste doch ihre Vorgängerin, die Boeing 707, nur bis zu 189 Passagiere. Der Jumbo Jet war dagegen schon anfangs für bis zu 550 Fluggäste zugelassen und konnte später sogar bis zu 660 Reisende befördern.

Schon die Entstehung der 747 ist Legende und Mythos: Im Jahr 1965 besiegelten die beiden einflussreichsten Männer in der Luftfahrt zu jener Zeit, Boeing-Chef William 'Bill' Allen und Pan-Am-Gründer Juan Trippe, während ihrer jährlichen Bootstour zum Lachsfischen ein Gentleman's Agreement über den Bau des größten Passagierflugzeugs der Welt. Per Handschlag und ohne unterschriebenes offizielles Dokument.

Heute kaum zu glauben, dass ein Projekt, das die Zukunft beider Firmen aufs Spiel setzte und Milliarden von Dollar kosten würde, auf derartig informelle Weise zustande kam. "Trippe sagte im Prinzip: 'Wenn Ihr das baut, dann kaufe ich das.' Und Allen antwortete: 'Ich baue das, wenn Ihr das kauft.' Es wurde kein Vertrag unterschrieben, aber damit war das Programm gestartet", erinnerte sich Joe Sutter. 

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