
EKD: Opfer fordern Tempo bei Aufarbeitung von Missbrauch
n-tv
Kirchen gelten als besonderer Schutzraum. Doch auch bei der Evangelischen Kirche kam es zu sexualisierter Gewalt. Betroffene leiden meist ein Leben darunter.
Dresden (dpa/sn) - Betroffene von sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche und Diakonie fordern eine zügige und angemessene Aufarbeitung und Anerkennung ihrer Leidensgeschichte. "Sexualisierte Gewalt und Missbrauch sind schwerste Verbrechen. Kein Geld, keine Summe, keine Richtlinie kann wiedergutmachen, was Menschen angetan wurde", sagte Nancy Janz, Sprecherin der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum der Kirche, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Eine angemessene Anerkennung könne jedoch etwas lindern. "Sie kann ein Stück Würde zurückgeben, weil sie ausdrückt: Wir sehen, was geschehen ist. Wir übernehmen Verantwortung. Das erwarten wir von Kirchen und Diakonien."
"Beteiligung darf kein Feigenblatt sein, sondern braucht echte Verantwortung, klare Entscheidungen und ein ernsthaftes Engagement der Verantwortlichen in Kirche und Diakonie", lautet die Botschaft von Janz. Das Thema "Macht und Kirche" ist Schwerpunkt bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in den kommenden Tagen in Dresden. Die Vertretung Betroffener pocht dabei auf die Umsetzung der Anerkennungsrichtlinie, die von der EKD im März dieses Jahres beschlossen wurde.
Die Richtlinie soll für einheitliche Standards bei der Anerkennung sorgen. "Wir legen mit der neuen Richtlinie die Grundlage, um endlich den nicht hinnehmbaren Zustand zu beenden, dass Anerkennungsverfahren für ähnliche Taten in verschiedenen Landeskirchen zu verschiedenen Ergebnissen führen", hatte EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, damals gesagt.
