
Eine brutal erschreckende Hilflosigkeit
n-tv
In der Tabelle der La Liga ist die Welt des FC Barcelona eigentlich noch in Ordnung. Mit einem Spiel weniger ist der Rückstand auf Real Madrid noch absolut erträglich. Das gilt indes nicht mehr für den Fußball der Katalanen. Der einstige Fußball-Riese verzwergt sich im Eiltempo.
Es sind die (ganz) kleinen Momente, die dem FC Barcelona in diesen Wochen das (ganz) große Glück schenken. Ein Tor in der letzten Spielminute gegen den Tabellen-17. FC Granada zum Beispiel. Erzielt hat das am Montagabend der wuchtige Innenverteidiger Ronald Federico Araújo da Silva. Er hatte all die Kraft seines Körpers in diesen entscheidenden Moment gepackt. Und das war durchaus kalkuliert von Trainer Ronald Koeman. Der Niederländer hatte den so kopfballstarken Uruguayer in den finalen Minuten des Ligaspiels im Sturmzentrum belassen. Ein Akt der Verzweiflung. Aber die Idee zahlte sich eben aus. Also alles richtig gemacht.
Araújo, der nach einem Kopfballduell kurz gestürzt war, rappelte sich schnell wieder auf, er witterte nämlich schon die nächste Chance. Und die kam, nur Sekunden später. Der gerade einmal 17-jährige Gavi spielte im Strafraum aus dem Stand einen herausragenden Lupfer ins Zentrum, Araújo rannte in diese Hereingabe als gäb’s kein Morgen mehr und köpfte den Ball zum 1:1 in Granadas Gehäuse. Die Freude über dieses kleine Glück entlud sich mindestens so wuchtig wie der Ball zuvor eingeschlagen war. Araújo schrie, jubelte und hämmerte sich mit der Hand mehrfach auf das Wappen auf seiner Brust. Der FC Barcelona hatte den Punkt gerettet. In der Tabelle steht die Mannschaft auf Rang sieben. Sie hat aber ein Spiel weniger und könnte – einen Sieg vorausgesetzt – bis auf zwei Punkte an Real Madrid heranrücken. Die "Königlichen" stehen nach fünf Spieltagen an der Spitze.
