
"Ein nuklear bewaffneter Iran wäre eine massive Bedrohung für Europa"
n-tv
EU-Spitzenpolitiker verhandeln mit dem Iran über eine Eindämmung seines Nuklearprogramms. Für wirksame Diplomatie seien sie aber auf US-Präsident Donald Trump angewiesen, sagt Nahost-Experte Stephan Stetter. Zudem sieht er zwei Möglichkeiten, wie Israels Angriffe den Beginn eines Regimewechsels in Teheran bewirken könnten.
ntv.de: Sowohl Israel als auch in den USA Verantwortliche spielen mit dem Gedanken, im Iran einen Regimewechsel herbeizuführen. Kann ein militärisches Eingreifen allein zum Sturz des Mullahregimes führen?
Stephan Stetter: Es kommt aus meiner Sicht auf die Intensität des militärischen Eingreifens an. Momentan greift Israel den Iran aus der Luft an, vereinzelt gibt es Geheimdiensteinsätze des Mossads vor Ort. Ein Regimewechsel auf diese Weise würde nur funktionieren, falls eines von zwei Szenarien eintritt. Entweder sagt die iranische Bevölkerung, die in großen Teilen kritisch gegenüber der eigenen Regierung eingestellt ist: Uns reicht es jetzt. Das könnte eine Dynamik entfalten, in dem die Menschen sich erfolgreich gegen das Mullahregime auflehnen.
