
"Die Rüstungsindustrie ist raus aus der Schmuddelecke"
n-tv
Ist die Zeitenwende auch bei der Rüstungsindustrie angekommen? Zum Teil, sagt Renk-Chefin Susanne Wiegand. Die Branche werde heute anders wahrgenommen, Mitarbeiter würden im Bekanntenkreis nicht mehr verschweigen, wo sie beschäftigt sind. Auch bei den staatlichen Aufträgen laufe einiges pragmatischer - aber nur in homöopathischen Dosen.
ntv.de: Deutschland hat sich dreißig Jahre lang von Freunden umgeben gefühlt. Das ist nicht mehr so, und das prägt auch die an diesem Freitag beginnende Münchner Sicherheitskonferenz. Wenn die MSC "Alarm schlägt", spiegelt sich das in Ihren Auftragsbüchern wider?
Susanne Wiegand: Zwischen der Stimmung auf der MSC und unseren Auftragsbüchern gibt es keine Verbindung. Wir nehmen immer in unterschiedlichen Formaten an der Konferenz teil. Aber Ihre Frage zielt darauf ab, wie stark wir als Zulieferer der Rüstungsindustrie davon abhängen, wie bedroht sich der Westen fühlt. Leider ist die Bedrohung real, dieser Verantwortung sind wir uns sehr bewusst.
Als im vergangenen Jahr meine Schwester, eine Lehrerin im Ruhrgebiet, zum ersten Mal Panels der Sicherheitskonferenz gestreamt hat, weil es sie interessierte, dachte ich: Jetzt ist das Thema Sicherheit in der Breite der Bevölkerung angekommen. Oder war das nur eine Welle, die schon wieder abebbt?
