
DFB-Team "zerreißt" sich sogar für Karl Lauterbach
n-tv
Das DFB-Debakel gegen Japan wirft unzählige Fragen auf: Im Kern geht es immer auch um die Mentalität der Mannschaft. Nach einem plötzlichen Druckabfall überzeugt das Team von Hansi Flick gegen Spanien für den Moment. Muss Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach jetzt ins Trainerteam?
Es läuft die 95. Minute. Leon Goretzka setzt zum Vollsprint an. Noch einmal alles aus dem geschundenen Körper herausholen. Mit einem Affenzahn jagt er dem gefährlich durchbrechenden Nico Williams hinterher. Mit letzter Kraft setzt der Mittelfeldmotor zur Heldengrätsche an, springt ab - und luchst dem Spanier die Kugel in Acker-Pflug-Manier vom Fuß.
Im Gegenzug vergibt Leroy Sané zwar die Mega-Chance auf den Siegtreffer, es bleibt beim 1:1 (0:0) gegen La Furia Roja. Aber Goretzkas hundertprozentiger Einsatz ist sinnbildlich für den enormen Willen und den Kampf, den diese Nationalelf am Sonntagabend im Al-Bayt Stadion auf den Rasen bringt. Eine Energie, die man in dieser Mannschaft lange nicht mehr gespürt hat. Die sie auch mit dem ein oder anderen kritischen Fan versöhnen wird.
Aber wenn vor dem großen Spiel sogar der Gesundheitsminister das Spiel schaut und dem Bundestrainer "persönlich" seine "besten Wünsche" übermittelt, was soll dann noch schiefgehen? Karl Lauterbach, der sich mit Hansi Flick vor anderthalb Jahren eine Corona-Fehde (Stichwort: "sogenannter Experte") mit anschließender versöhnlicher Aussprache geliefert hatte, meldet auf Twitter, dass nun "Teamgeist" gezeigt werden müssen und dass "genug über die Mannschaft gelästert worden" sei.
