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Deutschland will mehr Klimahilfen für arme Länder

Deutschland will mehr Klimahilfen für arme Länder

DW
Sunday, July 17, 2022 12:39:34 PM UTC

Im Kampf gegen globale Klimaschäden sollen Entwicklungsländer künftig stärker unterstützt werden. Die Bundesregierung will deshalb in der nächsten Woche eine entsprechende Initiative starten.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze hat einen neuen Anlauf Deutschlands im Kampf gegen globale Klimaschäden angekündigt. "Wir werden Anfang der Woche beim Petersberger Klimadialog einen neuen globalen Klimarisiko-Schutzschirm vorstellen", sagte die SPD-Ministerin dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel am Sonntag". "Wir bringen damit ein konkretes Angebot für den Umgang mit künftigen Klimaschäden in Entwicklungsländern in die internationalen Klimaverhandlungen ein."

Nachdem sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe Ende Juni auf dem Gipfel in Elmau in Bayern hinter das Konzept gestellt hätten, sei es nun ihr Ziel, diesen Schutzschirm bei der Weltklimakonferenz in Ägypten im November gemeinsam mit den besonders verwundbaren Entwicklungsländern zu starten und dann schrittweise zu erweitern, so Schulze.

Es gehe darum, den verwundbarsten Entwicklungsländern Strukturen und Geld zur Beseitigung von Klimaschäden anzubieten. "Wenn eine Kleinbäuerin zum Beispiel bei einer Dürre ihre ganze Ernte verliert, dann soll sie schnell und unkompliziert Geld für neues Saatgut bekommen", erläuterte Schulze ihren Plan. "So kann sie weiterarbeiten, fällt nicht in noch tiefere Armut und kann sich und andere weiter mit Lebensmitteln versorgen."

In Ländern wie am Horn von Afrika sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehrere Regenzeiten in Folge ausgeblieben. Adam Abdelmoula, UN-Nothilfekoordinator für Somalia, schätzt die Zahl der allein in Somalia von Dürre betroffenen Menschen auf mehr als sieben Millionen bis zum Jahresende. Die Zahl unterernährter Kinder dürfte dann auf etwa 1,4 Millionen steigen.

Der 77 Jahre alte Farah Mohamed aus Somalia schildert der Deutschen Presse-Agentur (dpa), von einer einzelnen Maispflanze habe er früher zehn Maiskolben ernten können. Doch das sei Vergangenheit, nicht nur wegen der Dürre und der ausgebliebenen Regenzeiten. "Ich weiß nichts über dieses Klima", sagte er. "Aber unser Ertrag ist schon vor der Dürre weniger geworden."

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