Deutschland-Hass auf Mallorca: Jetzt fordern Politiker Preisnachlässe
ProSieben
Deutsche Urlauber:innen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca sehen sich mit zunehmender Ablehnung konfrontiert. Steigende Immobilienpreise und die Wohnungsnot sind Auslöser der Spannungen. Deutsche Politiker sind empört.
In der malerischen Kleinstadt Santanyi auf Mallorca wird die Sommerhitze von Spannungen zwischen Einheimischen und deutschen Tourist:innen überschattet. "Deutsche raus" und "Ausländische Käufer fahrt zur Hölle" prangt in roter Farbe an Gebäuden und Fahrzeugen. Hintergrund dieser Proteste sind die steigenden Immobilienpreise und die Wohnungsnot auf der beliebten Urlaubsinsel. Die aufgeheizte Stimmung gegen Urlauber:innen wird nun auch in der deutschen Politik hitzig diskutiert. Der CSU-Abgeordnete Stephan Mayer, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, äußerte sich in der "Bild" empört über die "deutschfeindliche" Stimmung und bezeichnete sie als "nicht hinnehmbar". Viele Einheimische geben den Ausländer:innen die Schuld für die Misere. Mayer betonte jedoch, dass nicht die deutschen Tourist:innen für die Wohnungsnot verantwortlich seien. Vielmehr sicherten ihre Besuche Wohlstand und Arbeitsplätze auf der Insel. Wolfgang Kubicki, FDP-Vize und ehemaliger Bundestagsvizepräsident, erwartet eine "Abstimmung mit den Füßen" durch deutsche Urlauber:innen. "Die Deutschen werden einen Urlaub in anderen Ländern buchen", sagte Kubicki zur "Bild". Er warnte vor den wirtschaftlichen Folgen: Fast 90 Prozent der Einnahmen Mallorcas stammen dem Bericht nach aus dem Tourismus. "Wenn diese Einnahmen wegbrechen, sieht es düster aus für die Insel", so Kubicki.
