
"Der Wrackfund ist der einzig sinnvolle nächste Schritt"
n-tv
Am 8. März 2014 verschwindet MH370 mit 239 Menschen auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking. Der vermutete Absturz bleibt rätselhaft. Andreas Spaeth, der den Fall seitdem als Luftfahrtjournalist verfolgt, schließt dennoch nicht aus, dass es bei der Lösung des derzeit größten Rätsels der Luftfahrtgeschichte bald Fortschritte gibt.
ntv.de: Die Firma Ocean Infinity hat gerade angekündigt, dass sie noch einmal nach MH370 suchen würde. Gibt es denn neue Ansatzpunkte, die eine erneute Suche sinnvoll machen?
Andreas Spaeth: Blaine Gibson, der bisher die meisten Wrackteile gefunden hat, und viele andere Leute sagen, es gibt neue Möglichkeiten, die noch nicht überprüft wurden. Der spannendste Ansatz kommt vom britischen Luft- und Raumfahrtingenieur Richard Godfrey. Der entdeckte, dass Flugzeuge Signale der Amateurfunktechnologie Weak Signal Propagation Reporter (WSPR) stören. Dieses Signal und die daraus resultierenden Störungen werden seit 2009 in einer globalen Datenbank gespeichert. Die vor zehn Jahren von Flug MH370 aufgezeichneten Störungen hat Godfrey am Computer aufwendig analysiert. Daraus ergab sich ein ziemlich genau eingegrenztes Absturzgebiet, das etwas nördlich des bisher abgesuchten Gebiets liegt. Gemessen an dem, was bereits abgesucht wurde, also etwa 120.000 Quadratkilometer, ist es eine vergleichsweise kleine Fläche. Gibson, aber auch Godfrey und auch Professoren von diversen Universitäten, also quasi die gesamte Expertengruppe sagt, das ist jetzt wirklich eine neue Qualität von Analyse aufgrund bisher nicht ausgewerteter Daten. Und das ist ein Grund, dass man da suchen sollte.
Warum ist das bisher nicht geschehen?
