
Der lange Weg zurück in die Herzen der Fans
Frankfurter Rundschau
Manager Oliver Bierhoff glaubt, die dunkle Wolke über dem DFB-Team habe sich verzogen. Und Bundestrainer Hansi Flick nimmt sich Franz Beckenbauer zum Vorbild.
Auf den beiden Omnibussen, die die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien (Freitag, 20.45/RTL) derzeit durch Hamburg karren, ist der vielkritisierte Schriftzug „Die Mannschaft“ nicht mehr in großen Lettern aufgedruckt. Auch der Fremdschäm-Slogan „Best never rest“ aus dem Jahr 2018 ist schon lange entfernt worden. Im Herbst 2021 prangt ein „Wir für Deutschland“ an der Seite und ein „Wir für Euch“ am Busrücken und auf der Windschutzscheibe. Wegen Corona sind zwei Gefährte notwendig. Die Männer haben sich deshalb den Bus der Frauen-Nationalmannschaft ausgeliehen, auf dem gar nur zwei Sterne für die beiden WM-Titel 2003 und 2007 prangen. Keine vier, wie beim Team von Hansi Flick. Es ist also nur ein vorübergehendes Understatement, das da gerade täglich zwischen Volksparkstadion und dem Designhotel Gastwerk unterwegs ist.
Hinter der Vier-Sterne-Plus-Herberge gibt es einen Parkplatz. Dort harren zwei Hände voll junger Fans im Nieselregen aus in der Hoffnung, ihren Stars ein wenig näher zu kommen. Draußen am Trainingsplatz auf dem Übungsgelände des Hamburger SV ist das nicht möglich. Der Deutsche Fußball-Bund hat den Trainingsplatz 6 mit Sichtschutz umhüllen lassen. Das ist seit vielen Jahren immer so, wenn die Nationalmannschaft trainiert. Während der FC Bayern - ohne Stars - am Mittwoch nach anderthalb Jahren erstmals wieder öffentlich trainierte, bleibt beim DFB für die Öffentlichkeit noch alles zu.
Beim EM-Trainingslager im österreichischen Seefeld ließ der Verband 2500 Meter Zaun ziehen, die örtlichen Ausrichter waren irritiert, Wanderer rissen zwischenzeitlich Teile der Folie weg, um Blicke auf den Trainingsplatz in der EM-Vorbereitung erhaschen zu können. Über Nacht war der Zaun wieder errichtet. Der österreichische Fußballbund, der nach den Deutschen in Seefeld ankam, um dort sein EM-Quartier zu beziehen, ließ die meisten der zweieinhalb Kilometer Zaun prompt wieder entfernen.













