
Das ungleiche Duell der deutschen Nobodys
Die Welt
Im Viertelfinale von Wimbledon elektrisiert ein deutsches Duell. Die 34-jährige Tatjana Maria trifft auf die zwölf Jahre jüngere Jule Niemeier. Keinen von beiden gelang je auch nur annähernd so ein wundersamer Erfolg. Sie staunen selbst darüber.
Um die Dimension ermessen zu können, die dieses Spiel im Viertelfinale von Wimbledon für Jule Niemeier hat, könnte allein schon ein Blick auf ihre Preisgelder reichen. Niemeier ist 22 Jahre alt. Sie hat also schon einige Zeit auf der Tennistour zugebracht, hat sich versucht, ist oft früh gescheitert, stand bisher ohne große Triumphe da. Ihr Name war bis zu diesem Sommer nur Experten ein Begriff. Doch dieses Match nun an diesem Dienstag gegen Tatjana Maria, dieses deutsche Duell also, beschert ihr auf einen Schlag mehr Preisgeld, als sie bisher in ihrer gesamten Karriere eingestrichen hatte. 360.000 Euro sind es.
Das aber scheint im Moment nur Beifang zu sein, für beide. Gut für die Planung der nächsten Monate zwar. „So kann ich mit einem Physio reisen“, sagt Niemeier. Aber im Grunde ist im Moment alles, was sich da gerade um die beiden herum abspielt, zu groß und unfassbar. Zu viel Sensation und Emotion, um lange über das eigene Konto nachzudenken. In London sind im Moment zwei Frauen zu beobachten, die selbst nicht recht zu begreifen scheinen, was sie da Wundersames zu Wege gebracht haben.
