
"Das ist Teil der Wahrheit, über die niemand gern spricht"
n-tv
810 Drohnen in einer Nacht - der massive Luftangriff der Russen traf am Sonntag auch ein Regierungsgebäude. Absicht? Versehen? Oder ein Missgeschick der Ukrainer? Oberst Markus Reisner erklärt, wie die Ukraine sich wehrt gegen die Drohnenwellen - und wo die Tücken liegen.
ntv.de: Herr Reisner, am Sonntag erlebte die Ukraine den größten russischen Luftangriff seit Anfang der Vollinvasion. Er tötete vier Menschen und traf erstmals ein Gebäude im Regierungsviertel. Absicht oder Versehen?
Markus Reisner: Es ist noch unklar, ob die Russen absichtlich auf das Regierungsviertel gezielt haben, oder ob es sich um einen Fehltreffer handelte. Der Einschlag erfolgte im oberen Bereich des Regierungsgebäudes und die Schäden deuten eher auf die Explosion eines kleineren Flugkörpers hin, also zum Beispiel einer russischen Geran-2 -Drohne, aber nicht auf einen Marschflugkörper oder eine ballistische Rakete. Das ist ein heikles Thema, denn es könnte auch sein, dass eine von den Ukrainern mit elektronischen Mitteln gestörte russische Drohne in das Gebäude gestürzt ist. Dies ist aber im Moment noch Spekulation.
Dann hätten die Ukrainer durch das Ablenken der Drohne ungewollt ihr eigenes Regierungsgebäude beschossen?
