
Covestro gibt Hoffnungen auf starke Erholung aus
n-tv
Der Kunststoffhersteller Covestro zollt den Unsicherheiten Tribut. Die obere Spanne bei der Prognose erweist sich als zu optimistisch. Eine durchgreifende Erholung der Konjunktur sei nicht zu erwarten, heißt es. Die Kosten sind hoch, die Preise niedrig - und so schreibt der Konzern erneut rote Zahlen.
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld trübt die Aussichten bei Covestro. Die Anpassung spiegele die Einschätzung wider, dass eine starke wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr nicht mehr zu erwarten sei, sagte Finanzchef Christian Baier der Nachrichtenagentur Reuters. Dies sei die Prämisse für die bisherige Prognose gewesen. "Wir sehen relevante geopolitische Unsicherheiten, und auch die handelspolitischen Spannungen tragen ihren Teil dazu bei." Der Kunststoffkonzern erwartet nun für dieses Jahr ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 1,0 Milliarden bis 1,4 Milliarden Euro – zuvor ging die Spanne bis 1,6 Milliarden Euro.
In den ersten drei Monaten sackte das operative Ergebnis des vor der Übernahme durch den arabischen Ölriesen Adnoc stehenden Leverkusener Unternehmens um die Hälfte auf 137 Millionen Euro ein. Analysten hatten einen sogar noch größeren Rückschritt erwartet. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch einmalige Kosten für die Schließung einer gemeinsamen Anlage mit dem Chemiekonzern LyondellBasell in Rotterdam. Gegenwind kam zudem von niedrigeren Preisen und hohen Rohstoffkosten. Der Umsatz lag mit knapp 3,5 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau. Unter dem Strich weitete sich der Verlust auf 160 Millionen Euro aus.
Vorstandschef Markus Steilemann verwies auf zunehmenden Druck durch geopolitische Unsicherheiten und die Zollpolitik der US-Regierung. Mit seiner Strategie, "in den Regionen für die Regionen" zu produzieren, sei Covestro aber gut aufgestellt. In den USA habe das Unternehmen zuletzt mehr produziert als dort verkauft, betonte Baier. So habe der Konzern bei Umsätzen von 3,1 Milliarden Euro vor Ort Waren für 3,8 Milliarden hergestellt. Neue Investitionen, etwa in eine Anlage in Hebron im US-Bundesstaat Ohio, sollen die Lieferkette zusätzlich absichern.
