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Commerzbank: Rückkehr in die erste Börsenliga

Commerzbank: Rückkehr in die erste Börsenliga

DW
Monday, February 27, 2023 05:16:48 PM UTC

Vor viereinhalb Jahren musste Deutschlands zweitgrößte Privatbank ihren Platz im wichtigsten deutschen Börsenindex, dem DAX, räumen - ausgerechnet für den mittlerweile bankrotten Zahlungsdienstleister Wirecard.

"Die Commerzbank ist wieder da - da, wo sie hingehört. In der ersten Börsenliga Deutschlands", sagte ein sichtlich stolzer Manfred Knof auf dem Parkett in Frankfurt (Artikelbild). Im Herbst 2018 musste das gelbe Bankhaus ausgerechnet dem Zahlungsdienstleister Wirecard weichen und stieg in die zweite Börsenliga, den MDAX, ab.

Wirecard aber ging im Juni 2020 pleite, zuvor war herausgekommen, dass die Münchner jahrelang die Bilanzen gefälscht und den Markt manipuliert hatten. Danach wurde der Deutsche Aktienindex (DAX) reformiert und von 30 auf 40 Werte erweitert - ein Grund, warum die Commerzbank nun den Aufstieg wieder geschafft hat. Denn mit einem Börsenwert von rund zehn Milliarden Euro wäre sie noch nicht in den "alten" DAX mit 30 Werten zurückgekehrt. Anlass für den Wiederaufstieg war der Abschied des Gaseherstellers Linde von der Frankfurter Börse.

Die Commerzbank gehörte 1988 zu den Gründungsmitgliedern des DAX. Knof erinnerte auf dem Börsenparkett daran, dass damals fünf Banken vertreten waren. Nach dem Ausscheiden der Commerzbank blieb nur noch die Deutsche Bank übrig. "Unsere blauen Freunde sind im DAX nicht mehr allein. Die Commerzbank ist zurückgekommen, um zu bleiben", sagte Knof. Die Aktie zumindest schob den DAX an: In der Spitze kletterte der Commerzbank-Kurs um rund fünf Prozent, das ist nach Aussage von Händlern vor allem auf Käufe von Indexfonds (ETFs) zurückzuführen. Denn die müssen ja den Leitindex nachbilden und entsprechend umschichten, wenn sich an dessen Zusammensetzung etwas ändert.

Die Commerzbank hat aber nicht erst seit dem Abstieg in den MDAX harte Zeiten durchlebt. Der Niedergang der Bank begann schon während der Finanzkrise 2008/2009, als der damalige Chef Martin Blessing die Übernahme der Dresdner Bank angekündigt hatte. Die war offenbar auch von der damaligen Bundesregierung so gewünscht. Der Bund musste die Bank dann jedoch mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahren. Immer noch hält der Bund als größter Einzelaktionär einen Anteil von 15,6 Prozent an der Bank.

An den Rettungspaketen arbeitete damals auch Jens Weidmann mit, der spätere Bundesbankpräsident war zu dieser Zeit noch als Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik im Kanzleramt einer der führenden Berater der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Weidmann wird nach der Hauptversammlung Ende Mai in den Aufsichtsrat der Bank einziehen und dann auch dessen Vorsitz übernehmen. Auch das gilt als Zeichen, dass die Commerzbank wieder mehr Respekt am Finanzplatz genießt. 

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