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Chinas Wirtschaft wächst, die Sorge wegen Corona auch

Chinas Wirtschaft wächst, die Sorge wegen Corona auch

Süddeutsche Zeitung
Monday, January 17, 2022 08:41:25 AM UTC

Getrieben vom Export hat das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 8,1 Prozent zugelegt. Doch weil der Impfschutz in der Bevölkerung wohl gering ist, warnen Experten vor schweren Folgen eines Omikron-Ausbruchs.

Die Unruhe in China ist groß: Omikron breitet sich im Land aus. Erst in der Hafenstadt Tianjin, inzwischen auch in Shanghai, Shenzhen und seit dem Wochenende in der Hauptstadt. Am Sonntagabend hat die Pekinger Verwaltung verfügt, dass Mittel- und Oberstufenschüler künftig Onlineunterricht erhalten. Die Grundschulen sind wegen des anstehenden Frühlingsfests ohnehin bereits geschlossen. Wird es wieder Lockdowns geben wie im Februar 2020, als die Volksrepublik für volle sechs Wochen stillstand und die Wirtschaft einbrach?

Mitten in dieser aufkeimenden Panik liefert das Pekinger Statistikamt ein wenig Normalität. Chinas Wirtschaft sei im abgelaufenen Jahr um 8,1 Prozent gewachsen, teilte die Behörde am Montag mit. Im Vorjahresvergleich legte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt demnach zwischen Oktober und Dezember um vier Prozent zu. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts fiel damit etwas besser aus, als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Im dritten Quartal hatte das Wachstum noch bei 4,9 Prozent gelegen - nach einem Rekordzuwachs von 18,3 Prozent im ersten und 7,9 Prozent im zweiten Quartal. Das starke Plus auf Jahressicht erklärt sich mit der niedrigen Vergleichsbasis durch die Pandemie im Vorjahr.

Die Infektion einer Frau führt in der Gastgeberstadt der Winterspiele zu weitreichenden Maßnahmen. Auch an anderen Orten gerät die Null-Covid-Strategie im Riesenreich in Gefahr.   Von Christoph Giesen

Mit einer Null-Covid-Strategie, Massentests, Quarantänen und Einreisebeschränkungen hatte das bevölkerungsreichste Land der Erde das Virus schneller in den Griff bekommen als die meisten anderen Staaten. Vor allem der Export profitierte davon. Die Welt bestellte all das, was man im Home-Office braucht, in China: Möbel, Computer, Kaffeemaschinen. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Exporte um etwa 30 Prozent zu. Insgesamt führte China Waren im Wert von 3,36 Billionen Dollar (2,92 Billionen Euro) in andere Staaten aus. Der Wert aller Importe lag bei 2,69 Billionen Dollar, womit auch Chinas Außenhandelsüberschuss einen neuen Rekordwert von 676 Milliarden Dollar erreichte. Dennoch sagen Ökonomen nun ein Jahr mit deutlich weniger Schwung vorher.

Während Länder in aller Welt damit begonnen haben, mit dem Coronavirus zu leben, setzt die Führung in Peking mehr denn je auf Abschottung. Doch lässt sich die Ausbreitung der Omikron-Variante wirklich eindämmen?

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