
Cannes: Ukrainischer Film zeigt Trauma des Krieges
DW
Maksim Nakonechnyis "Butterfly Vision" läuft auf dem Filmfestival in Cannes. Er erzählt von einer ukrainischen Soldatin, die im Krieg vergewaltigt wird. DW hat mit dem ukrainischen Filmemacher gesprochen.
Als eine ukrainische Soldatin nach zwei Monaten feindlicher Gefangenschaft nach Hause zurückkehrt, ahnt sie noch nicht, dass sie schwanger ist. Der Vater ist der Gefängniswärter, der sie während ihrer Zeit als Kriegsgefangene vergewaltigt hat. Davon erzählt der Spielfilm "Butterfly Vision", der auf den Filmfestspielen in Cannes im Nebenprogramm "Un Certain Regard" (deutsch: "Ein besonderer Blick") Premiere feiert. DW hat vor der Premiere des Films am 25. Mai mit dem Regisseur Maksym Nakonechnyi gesprochen.
Deutsche Welle: Herr Nakonechnyi, wie ist "Butterfly Vision" entstanden?
Maksim Nakonechnyi: Seit der Invasion der Krim 2014, als der russische Krieg gegen die Ukraine begann, wollten ich und meine Filmemacher-Kollegen etwas tun. Wir haben viele Filme über die Situation gedreht. Viele meiner Freunde mussten in den Militärdienst, darunter auch viele Frauen. Und ich hörte dann ihre Geschichten, ihre Erfahrungen.
Als ich im Schnitt von meinem Dokumentarfilm "Invisible Battalion" saß, der die Geschichte von Frauen, Veteranen und weiblichen Soldaten erzählt, hörte ich gewisse Aussagen und Szenen immer und immer wieder. Ihre Perspektive hat mich tief beeindruckt.
Obwohl es sich bei "Butterfly Vision" um einen Spielfilm handelt, wurden Sie von wahren Geschichten inspiriert. Wie sehr haben die echten Fälle und Geschichten, die Sie gehört haben, den Film beeinflusst?
