
Bund gibt Bahn freie Hand bei Aus für Familienreservierung
n-tv
Die Deutsche Bahn will die Familienreservierung gänzlich abschaffen und gleichzeitig die Preise für Reservierungen erhöhen. Dagegen regt sich Widerstand in Form einer Petition und eines offenen Briefs. Dennoch redet das Verkehrsministerium dem Staatskonzern da nicht rein.
Der Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn sieht das geplante Aus für die Familienreservierung in den Fernzügen als unternehmerische Entscheidung, lässt aber auch Zweifel daran erkennen. Die Entscheidung falle ins operative Geschäft der Bahn, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Berlin. "Gleichwohl kann man wohl hinterfragen, ob es aktuell das richtige Signal ist." Dennoch bleibe es Aufgabe der Bahn, ihre Tarifpolitik selbst zu gestalten.
Der bundeseigene Konzern hat angekündigt, dass Familien von diesem Sonntag an nicht mehr zum Pauschalpreis bis zu fünf Sitzplätze für sich und Kinder reservieren können. Stattdessen müssen alle Reisenden - auch Kinder - jeweils für eine Reservierung zahlen. Außerdem wird der Preis für eine Reservierung in der zweiten Klasse um 30 Cent teurer und liegt dann bei 5,50 Euro pro Platz. In der ersten Klasse kostet der feste Platz dann 6,90 Euro statt 6,50 Euro. Konkret bedeutet das: Anstelle der 10,40 Euro für eine Familienreservierung in der zweiten Klasse bezahlt eine Familie mit zwei Kindern künftig 22 Euro. Für Hin- und Rückweg kommen 44 Euro anstatt 20,80 Euro zusammen.
