
Betrug bei Auslandszuschlägen: Archäologin verurteilt
n-tv
Obwohl sie wieder in Berlin lebte, erhielt eine Mitarbeiterin des Deutschen Archäologischen Instituts jahrelang Auslandszuschläge für sich und ihre Familie. Zu Unrecht, urteilte nun ein Gericht.
Berlin (dpa/bb) - Eine Beamtin des Deutschen Archäologischen Instituts ist wegen Betrugs zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die 57-Jährige habe über Jahre hinweg zu Unrecht Auslandszuschläge für sich, ihren Ehemann und ihre beiden Kinder erhalten, stand für das Amtsgericht Tiergarten fest. Die Angeklagte habe die Besoldungsstelle nicht darüber informiert, dass sie wieder dauerhaft in Berlin lebten, sagte die Vorsitzende Richterin. Inzwischen habe die Frau nach einem geschlossenen Vergleich rund 512.000 Euro zurückgezahlt.
Die Archäologin wurde des Betrugs in einem besonders schweren Fall durch Unterlassen schuldig gesprochen. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Seine Mandantin habe nicht getäuscht, sagte er. Ihr Aufenthaltsort sei im Institut bekannt gewesen. Er kündigte bereits Berufung gegen die Entscheidung an.
Die Frau war vor mehr als zwanzig Jahren für das Bundesinstitut in den Jemen gegangen. Wegen der Sicherheitslage seien zunächst im März 2011 ihre Kinder und der Mann nach Deutschland zurückgekehrt, hieß es weiter im Urteil. Ab Ende 2013 sei auch die Oberamtsrätin nicht mehr in das arabische Land gereist. Dies habe sie jedoch der für die Gehaltszahlungen zuständigen Besoldungsstelle nicht mitgeteilt. Etwa 6.900 Euro Auslandszuschläge seien auf ihr Konto geflossen.
