
Betriebsräte fordern Perspektive für Autoindustrie
n-tv
Das Saarland ist stark vom Wandel in der Autobranche betroffen. Für die Umstellung zum elektrischen Fahren brauche es mehr Zeit, heißt es vor Ort. Die Sorgen vor einem weiteren Stellenabbau sind groß.
Saarbrücken (dpa/lrs) - Betriebsräte aus der Automobil- und Zuliefererindustrie sowie führende Gewerkschafter der IG Metall aus dem Saarland schlagen Alarm. "Die saarländische Automobilindustrie steht an einem Scheideweg. Wenn jetzt nicht entschlossen gehandelt wird, verlieren wir nicht nur Produktionsstandorte, sondern auch das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Neunkirchen, Jörg Caspar, anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Saarbrücken.
Auch nach dem "Autogipfel" seien die Mitarbeiter des Autozulieferers ZF sehr besorgt, sagte der Betriebsratsvorsitzende Mario Kläs der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten mit schnellen Lösungen zugunsten von alternativen Antriebstechnologien zur reinen E-Mobilität gerechnet, speziell, wie es mit der Hybridtechnologie weitergehe. "Die Sorge, dass uns die Politik im Stich lässt, und an ihrem harten Verbrenner-Aus ab 2035 festhält, wächst bei unseren Beschäftigten."
Auch beim Zulieferer LMS in Sulzbach ist die Unsicherheit groß: "Viele Kollegen trauen sich nicht mehr, ein neues Auto zu kaufen, weil sie nicht wissen, wohin die Entwicklung führt", sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender Uwe Deutsch. "Im Moment könnten wir dieses und das nächste Jahr eigentlich gut überstehen - aber immer unter der Voraussetzung, dass die Automobilindustrie bleibt, wie sie ist. Wenn sie sich nochmal verschlechtert, sieht es auch für uns schlecht aus."
