
Betriebe zahlen auch in Dürrezeiten kein Grundwasser-Entgelt
n-tv
Während Bürger in Hessens trockenem Sommer zum Wassersparen angehalten werden, bekommen Großverbraucher gratis Grundwasser. Was sagen Naturschützer dazu?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Wegen der Sommertrockenheit in Hessen haben etliche Kommunen ihren Bürgern die Wasserentnahme aus Bächen und das Befüllen privater Pools verboten - doch für Landwirtschaft und Betriebe gelten weiterhin großzügige Regelungen. Sie müssen nach Auskunft des Umweltministeriums in Wiesbaden für ihre Nutzung von Grundwasser aus Brunnen und Quellen kein Wasserentnahmeentgelt (Wassercent) zahlen. Schwarz-Rot in Hessen habe vorerst auch keine Pläne, dies zu ändern.
In zahlreichen anderen Bundesländern wird etwa von Landwirtschaft, Industrie und Energiewirtschaft hierfür eine Gebühr verlangt - die allerdings in der Regel auch äußerst niedrig ist. Kritikern zufolge fehlt diesen Großverbrauchern von Grundwasser somit bundesweit ein Anreiz zum Wassersparen.
Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hessen, Jörg Nitsch, bewertet die kostenlose Grundwasserentnahme durch Landwirtschaft und Industrie im Land als ökologisch riskant und nicht nachhaltig. "Das Grundwasser in Hessen ist bereits heute stark übernutzt und gerät durch anhaltende Dürreperioden und den Klimawandel weiter unter Druck", teilt der Biologe der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mit.
