
Bürgermeisterin: Wachsender Neonazi-Einfluss in Spremberg
n-tv
Nazi-Parolen an Wänden, Lehrer und Schüler in Angst: In der kleinen Lausitz-Stadt Spremberg schlägt die Bürgermeisterin jetzt wegen des Auftretens der rechtsextremen Szene öffentlich Alarm.
Spremberg (dpa/bb) - Die Bürgermeisterin von Spremberg in der Lausitz, Christine Herntier, hat vor einer Bedrohung durch Rechtsextremisten in ihrer Stadt gewarnt. In einem öffentlichen Brief an die Bürger spricht die parteilose Rathauschefin unter anderem von einer Flut von Schmierereien, verfassungsfeindlichen Symbolen, Verherrlichung des Nationalsozialismus und Sachbeschädigungen an öffentlichen Gebäuden. "Wir reden nicht darüber! Das ist doch schlimm!", schreibt Herntier im Amtsblatt der Kleinstadt.
Die rechten Umtriebe hätten im Spremberg im Laufe des Jahres dramatisch zugenommen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor berichtete der RBB darüber.
Die Bürgermeisterin der 22.000-Einwohner-Stadt, die vom Kohlebergbau geprägt war, nannte vor allem die Kleinstpartei Der Dritte Weg. Sie vertritt laut Verfassungsschutz ein rechtsextremistisches Staats- und Gesellschaftsbild. "Einen Mantel des Schweigens" darüber zu breiten und so zu tun, als ob alles gut sei, das stärke mit Sicherheit diese Gruppierung, sagte die Bürgermeisterin.
