
"Bäume zu umarmen, ist kein esoterischer Schnickschnack"
n-tv
Bäume umarmen, Spaziergänge, die richtige Atmung: Das ist kein Eso-Quatsch, sondern gelebte Selbstfürsorge. Der Wald macht uns widerstandsfähiger und gesünder - davon ist Suse Schumacher, Coachin, Psychologin und Autorin, fest überzeugt. Mit ntv.de streift sie zumindest durch den Blätterwald und erklärt, wie "mein Freund der Baum" in den Alltag integriert werden kann.
ntv.de: Am Anfang des Buches beschreibst du, dass du und dein Mann eine Ehekrise hattet, das ist mutig. Welchen Anteil hatte der Wald dann an der Überwindung der Krise?
Suse Schumacher: Der Wald hatte einen sehr großen Anteil, weil er mich getröstet und geerdet hat. Für mich war diese Krise ein emotionaler Ausnahmezustand. Während ich in meiner Verzweiflung durch den Winterwald stapfte, fielen mir die Tage meiner Kindheit wieder ein: Als Kind war ich voller Vertrauen und streifte stundenlang allein im Wald umher. Ich habe Tiere, Pflanzen und das Wetter beobachtet und es war irgendwie klar, dass ich dorthin gehöre. Das Leben in der Stadt als Berufstätige und Mutter zweier Söhne, erst in Hamburg, dann in Köln und jetzt in Berlin, forderte mich so heraus, dass ich meine Naturverbundenheit vergaß. Im Wald kamen all diese schönen frühen Momente meiner Kindheit wieder zum Vorschein. Ich wusste plötzlich, dass diese Krise nicht das Ende meines Lebens bedeutet und ich es in der Hand habe, wie ich damit umgehe. Statt mich als Opfer der Umstände zu beweinen, wusste ich, dass ich das Alte loslassen muss, damit Neues entstehen kann. Auch wenn in diesem Moment nicht klar war, ob ich mit meinem Mann zusammenbleibe, haben mir diese Gedanken Mut gemacht. Letztlich hat mein Loslassen ein erneutes Aufeinanderzugehen wieder möglich gemacht. Inzwischen bin ich mit meinem Mann seit 30 Jahren verheiratet.
Wie baue ich den Wald ins Leben ein?
