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Bärin nach Jogger-Attacke in Italien eingefangen

Bärin nach Jogger-Attacke in Italien eingefangen

DW
Tuesday, April 18, 2023 12:41:29 PM UTC

Offen ist, ob das Raubtier nach dem Angriff vor rund zwei Wochen am Leben bleiben darf oder nicht. Tierschützer liefern sich ein Tauziehen mit der Provinz Trient.

Nach der tödlichen Attacke auf einen Jogger in Norditalien ist die wildlebende Bärin JJ4 eingefangen worden. Das Forstkorps habe das Raubtier im Val Meledrio mit Hilfe einer Rohrfalle gefasst, teilte die Provinz Trient mit. Die Bärin wurde anschließend in einem mit Strom gesicherten Gehege des Tierpflegezentrums Casteller untergebracht, wo sich bereits M49 - ein weiterer gefährlicher Artgenosse - befindet.

JJ4 hatte Anfang des Monats in der Trentiner Gemeinde Caldes einen 26-jährigen Jogger angefallen und tödlich verletzt, wie ein DNA-Abgleich bestätigte. Es ist ein Schwestertier des 2006 in Bayern erschossenen Männchens "Bruno", das als "Problembär" für Aufsehen gesorgt hatte. Nach der Attacke im Val die Sole hatte die Provinz auch für JJ4 einen Abschussbefehl erlassen, um "die öffentliche Ordnung zu wahren". Tierschutzorganisationen legten Berufung dagegen ein; das Verwaltungsgericht in Trient setzte den Entscheid in der vergangenen Woche aus.

Schon 2020 hätte das Weibchen erlegt werden sollen, weil es zwei Menschen auf dem Monte Peller angegriffen hatte. Auch damals entschied ein Gericht gegen den Abschuss. Ob die nun gefangene Bärin tatsächlich am Leben bleibt, ist aber noch offen. Der Regionalpräsident von Trentino-Südtirol, Maurizio Fugatti, hatte am Freitag auf einer Pressekonferenz erklärt, die Provinz werde rechtlich gegen die Aussetzung des Befehls vorgehen, um die Tötung durchzusetzen.

In Italien hat sich die Debatte um die Koexistenz von Mensch und Tier seit dem Zusammenstoß des Raubtiers mit dem Jogger zugespitzt. Die Provinz will die Bärenzahl in dem norditalienischen Gebiet halbieren. Sie plädiert zudem für die Tötung aggressiver Exemplare. Zuletzt machten sich laut Medienberichten auch verschiedene Bürgermeister der Region für ein hartes Durchgreifen stark. Tierschützer kritisieren hingegen die Pläne und plädieren für die Einrichtung von Wildtierkorridoren oder die Sensibilisierung der Bevölkerung im Umgang mit wilden Tieren.

Der Naturpark Adamello-Brenta und die Autonome Provinz Trient hatten 1999 entschieden, im Zuge eines EU-finanzierten Projekts mehrere Bären aus Slowenien in ihrer Gegend auszuwildern. Daraus sollte eine Population entstehen, die sich selbst erhalten und stark anwachsen könnte.

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