
Ausstellung zu SED-Diktatur - Protest gegen Lenin-Denkmal
n-tv
Einschüchterung, Drohung, Gewalt - das Instrumentarium der Sowjets und später des SED-Staates im Umgang mit politischen Gegnern war vielgestaltig. Einen Überblick gibt eine Ausstellung in Schwerin.
Schwerin (dpa/mv) - Über Methoden und individuelle Folgen der politischen Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR informiert die Wanderausstellung "Mauern - Gitter - Stacheldraht". Sie ist von Samstag an in Schwerin zu sehen, wie das Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland mitteilt, das auch der Ausstellungsort ist. Es wurde vor knapp 25 Jahren in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Schwerin eingerichtet und dient seither als Ort der Erinnerung, des Gedenkens und der Wissensvermittlung.
"Die Sonderausstellung "Mauern – Gitter – Stacheldraht" an einem zentralen Ort der Erinnerung an politisch Verfolgte in Schwerin ist eine ideale inhaltliche Ergänzung der Dauerausstellung. Sie erinnert uns eindringlich daran, wie wertvoll Freiheit und Demokratie sind – und wie wachsam wir sie schützen müssen", betonte Einrichtungsleiter Florian Gradnitzer. Nach seinen Angaben informierten sich im Vorjahr mehr als 4.000 Besucher im Schweriner Dokumentationszentrum, darunter viele Schüler.
Die neue Ausstellung wurde von der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft initiiert. Auf knapp 20 Schautafeln wird anhand persönlicher Schicksale gezeigt, wie Gegner und Kritiker des damaligen Herrschaftssystems beeinflusst, drangsaliert, bedroht und misshandelt wurden. Dazu gehörten Deportationen in sowjetische Arbeitslager, Inhaftierungen, Zwangsaussiedlungen, Unterwanderung von Kirchengruppen, psychische Zersetzungsmaßnahmen oder Zwangsadaptionen.
